Montag, 15. Januar 2018

Nochmals Zeugnisse

Nochmals aus aktuellem Anlass das Thema Noten und Zeugnisse. Dieser dreiminütige Film stellt unser gesamtes Selbstverständnis oder unser Dilemma dar.
Eigentlich sollte ich das Kind nur an sich selbst messen, sagte mir mein Schulleiter. Nur, wenn ich nun einem Kind, das gut arbeitet dafür eine 5 gebe, leiten manche dann den Anspruch auf die Sekundarschule A (Sekundarschule) oder gar das Gymnasium ab, auch wenn das Kind in der Sekundarschule B (Realschule) am besten gefördert werden würde.

Falls der Film nicht schön eingebettet wird, kann man ihn auch hier anschauen:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-sind-schulnoten-objektiv-100.html

Montag, 8. Januar 2018

Bald gibt es wieder Zeugnisse

Quelle: Wikipedia
Vor einiger Zeit ist mir aufgegangen, wie ungerecht die Noten in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland sind. Dabei geht es nicht darum, ob nun eine 1 oder eine 6 die Beste Note ist, sondern die Verteilung der Noten auf der Skala. In Deutschland gibt es vier genügende (1-4) und zwei ungenügende Noten(5, 6). In der Schweiz hingegen nur drei genügende Noten (4-6) und entsprechend auch drei ungenügende (1-3). Wenn wir nun an die Gauss'sche Glockenverteilung denken, hat ein Schweizer Lehrer in den allermeisten Fällen gerade drei Möglichkeiten bei der Notensetzung: 4, 4-5, 5. Ein Deutscher Lehrer jedoch fünf. Er kann folglich differenzierter benoten. Oder mit anderen Worten ausgedrückt: Eine Besonderheit des schweizerischen Notensystems ist, dass es mit halben Notenstufen mehr ungenügende gibt (6 von 1 bis 3.5) als genügende (5 von 4 bis 6).

in Worten sehr schwach schwach unge-nügend mangel-haft genügend/
ausreichend
befriedi-gend gut sehr gut
Deutschland - - 6 5 4 3 2 1
Schweiz 1 2 3 (3-4) 4 (4-5) 5 6

Der direkte Vergleich zeigt, dass die sechsteilige deutsche Notenskala eigentlich den schweizerischen Bereich von der 3 bis zur 6 abdeckt. Im grossen Kanton ist ungenügend ungenügend. Bei uns gibt es aber noch ungenügender (schwach) und am ungenügendsten (sehr schwach), incl. die dazugehörigen Halbnoten also vier Stufen tiefer als ungenügend. Erstaunlich. Sind wir Schweizer so schlecht - oder ist es unsere Notenskala?

Montag, 1. Januar 2018

Im Unterricht vom Kind ausgehen

Kürzlich quälte ich mich durch einen Onlinekurs. Viele Inhalte wurden als Filme dargeboten. Entsprechend vermittelten sie die Inhalte nicht direkt, sondern in irgendwelche konstruierten Rahmenhandlungen eingebettet. Da der Kursanbieter mehr vom Inhalt, wie von Rahmenhandlungen versteht, dafür aber viel Steuergelder zur Verfügung hatte, kann sich jeder wohl selber vorstellen, wie das Resultat ausfiel. Immerhin. Ganz zum Schluss gab es eine schöne Kirsche auf den versalzenen Kuchen, der mich das vorhergegangene fast vergessen liess...

Dieser Film zeigt, wie Schule sein sollte (sagen die Autoren, denen ich gerne beipflichte). Als Anstoss und Neujahrsvorsatz:



Vielleicht sollten wir uns diesen Film jeden Monat einmal anschauen?


PS. Sagte das nicht schon vor etwa 90 Jahren einmal jemand? (Wer sich nicht erinnert, darf in den Schlagworten nachschauen.)

Montag, 25. Dezember 2017

Was eine gute Schule ausmacht - auch als Neujahrsvorsatz geeignet

Zu Weihnachten ein kleiner Dachbodenfund: Ein Film, der in den letzten fast zwanzig Jahren nichts an Aktualität eingebüsst hat. Im Gegenteil, er enthält alles, was eine gute Schule ausmacht.

Montag, 18. Dezember 2017

Halbfreier Ausdruck modern umgesetzt

Bleisatz mag aus didaktischen Gründen seine Berechtigung haben, aber Bleisatz kommt im realen Leben unserer Schulkinder nicht mehr vor. Was liegt da näher, als den freien Ausdruck sachte der Zeit anzupassen?

Eine Wiener Volksschule hat dies so gemacht:



Bei den „Ausflugsgeschichten“ ist zwar der Inhalt vorgegeben. Die „Spaziergangsklasse“ (nach Freinet) erarbeitet nach dem Ausflug gemeinsam einen Tafeltext. Die Zweitklässler sagen der Lehrerin, was sie schreiben soll. Der Bericht wird jedoch nicht zu Ende geshrieben. Die Kinder sind vielmehr aufgefordert, weiter zu berichten. Wie sie das tun bleibt ihnen freigestelt. Das gilt auch für die Erarbeitungen im Kunstunterricht. Es wird das vorhandene Material zur Verfügung gestellt. Die Kinder haben freie Hand bei der Entfaltung der Form.

Montag, 11. Dezember 2017

Mit vollem Elan Französisch lernen

Das neue Schuljahr beginnt, neue Fächer, neue Bücher, neuer Elan. Für alle Kinder, die jetzt gerade mit Französisch anfangen, la plus belle des langues, hier eine kleine Übung.

Es geht hier ums Hörverständnis von Schulfächern und was man in jenen Fächern alles so tut. Weitere ähnliche Übungen für das ganze Schuljahr, sowohl 5. als auch 6. Klasse, gibt es auf dieser Seite: https://moderne-schulen.blogspot.ch/p/francais-franzosisch.html

Montag, 4. Dezember 2017

Gritti, Gritti, Grittibänz

Ich habe gehört, dass es in Deutschland offenbar auch Schokoladennikoläuse gibt. Hier in der Schweiz gibt es leider nur Schokoladenweihnachtsmänner. Da unser Auftrag in Religion und Kultur ja teaching about religion und nicht teaching in religion ist, sollten die Kinder ja auch den Unterschied zwischen Weihnachtsmann und Nikolaus kennen. Da ist einmal das Datum (6., respektive 25. Dezember), der Auftrag (Reflexion über das Verhalten, traditionelle Speisen, respektive Geschenke bringen) und die Kleidung (roter Mantel, Mitra, Bischofsstab versus rotes Kostüm und rote Zipfelmütze). Wir haben aus Alufolie, rotem Papier, Heisleim und einem Goldstift diese kleinen Nikoläuse gebastelt. Als Ausgangsbasis dienten verfrüht in den Läden angekommene Weihnachtsmänner.

Was der Nikolaus bringt (im Kanton Zürich): Lebkuchen Tirggel, Nüsse, Orangen, Mandarinen, Grittibänzen, eventuell kleine Schokoladen.
Grittibänzen backen: Was meiner Meinung nach die Grittibänzen geschmacklich viel besser macht, wenn man welche selber bäckt: Rosinen in Orangensaft einlegen, bevor man sie in den Teig mischt. Auch verwene ich dunkles Mehl oder sogar fein gemahlenes Vollkornmehl.

Und da man nach dem Backen und Basteln auch gerne ein bisschen singt, ist es gut, passende Lieder zu kennen. Da gibt es traditionelle wie Was isch säb für es Liechtli oder neue wie I-A, ja, ja; Gritibänz (beide von Andrew Bond) oder Gritti, Gritti, Grittibänz. À propos Grittibänz: Dieser Teigmann ist weit verbreitet, nur heisst er je nach Ort anders: Grättimaa in der Nordostschweiz, Elggermaa in der Region Winterthur, čert in der Tschechei, Stutenkerl in Nord- und Weckmann in Süddeutschland, Krampus in Bayern, Jean Bonhomme in Frankreich, Mannela im Elsass, Boxemännercher in Luxemburg und Grittibentz im Welschland. [Quelle: Migros-Magazin 50/2017, p. 50]