Montag, 31. Juli 2017

Magie im Schulzimmer

Auch Kinder, die noch nicht französisch lernen, verstehen zumindest das zweite Wort der clés magiques. Das ist etwas magisches, hat mit Magie zu tun. In der Tat zaubern wir im Kanton Zürich und anderen Deutschschweizer Kantonen seit knapp zwanzig Jahren mit diesen Zauberschlüsseln im Französischunterricht - und zuweilen auch in anderen Sprachen.

Die Autoren des Lehrwerks Envol (5.-9. Klasse), Achermann, Bawidamann, Tchang-George und Weinmann haben diese neun Schritte zum Textverständnis zusammengetragen und sinnigerweise auf deutsch publiziert. Es geht ja darum, wie man französisch versteht, auch wenn man noch nichts - oder zumindest nur wenig - versteht.
Wir arbeiten mit den clés magiques im Französischunterricht ab der 5. Klasse (in welcher sie schrittweise eingeführt werden), setzen sie als Zauberschlüssel jedoch auch schon in der vierten Klasse mit Kindern mit Schwierigkeiten in der Texterschliessung im Deutschunterricht. Sechstklässlern halfen sie beim Verständnis eines irre komplizierten Textes der Gymnasiumsprüfungsvorbereitung, Kindern mit balkanesischer Muttersprache beim Entschlüsseln der Geheimnisse der Schweizer Geschichte und vielen anderen auch. Daneben eigenen sie sich auch im Englisch. [Ja, der dritte Schlüssel muss natürlich sinngemäss angewandt werden.]

Wer hat auch Erfahrung mit den clés magiques?
Wer hat Erfahrung mit anderen Textverständnishilfen?

1 Kommentar:

  1. Danke für den Tipp. Ich kannte die 'Zauberschlüssel' nicht, denke aber, dass sie mir sehr im DAF Unterricht helfen können.
    Im muttersprachlichen Unterricht finde ich die Aktivierung des Vorwissens vor dem Lesen sehr hilfreich. DIe Schüler machen sich mit Partner/in der Kleingruppe/im Plenum Gedanken darüber, was sie zum Thema des Textes bereits wissen. Durch den Austausch kommt häufig einiges Zusammen. Zudem übe ich mit den Schülern das 'Codieren' von Sachtexten, damit sie sich ihrer Gedankenvorgänge bewusst werden: Was verstehst du nicht/Wo denkst du 'hä'? - markiert mit einem Fragezeichen. Was findest du megaspannened und möchtest es gleich einer Freundin erzählen? - markiert mit einem Ausrufezeichen. Was erinnert dich an etwas anderes oder an Vorwissen (Bezug herstellen)? - markiert mit einem Pfeil oder Kettensymbol. Die Schüler schreiben es dierekt auf das kopierte Baltt oder nutzen Post-its in Büchern.
    Das ganze teste ich nicht ab, aber wir üben es, damit die Schüler konkret darüber nachdenken, was sie nicht verstehen oder ab wann das Verständnis nachlässt.

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